Kooperationen und Projekte
Wie soll man es bloß sortieren… in alphabetischer Reihenfolge dokumentieren wir unsere besonderen Projekte, Aktionen und Kooperationen, die sich im Laufe der Zeit in und um die Quartiershalle abspielen und abgespielt haben. Diese Dokumentation befindet sich im stetigen Auf- und Umbau. Also am besten immer mal wieder um die Ecke linsen.
Foodsharing
Foodsharing – der fairteiler in der Quartiershalle
Ungefähr 250 Foodsavis aus Bochum und den Nachbarbezirken retten hier jeden Monat im gesamten Stadtgebiet Lebensmittel, pflegen 5 Fairteiler und sind für Veranstaltungen am Start. Einer dieser fairteiler hat sein Zuhause in der Quartiershalle und ist regelmäßig Wochentags von 10 Uhr bis 14 Uhr für Alle zugänglich.
Weitere Infos findet Ihr unter: www.foodsharing.de/region/bochum
Geschichte trifft Theater
Mit einer Pressekonferenz in der Quartiershalle der KoFabrik ist Ende Januar 2026 das von den Stadtwerken Bochum geförderte Zukunftsprojekt „Geschichte trifft Theater” offiziell zu Ende gegangen.
Das Projekt, das 2024 startete und 2025 fortgeführt wurde hat insgesamt über 2.500 Kinder, Jugendliche und Erwachsene in Bochum erreicht. „Geschichte trifft Theater“ zeigt eindrucksvoll, wie theaterpädagogische Methoden junge Menschen für historische Themen begeistern und Geschichte emotional erfahrbar machen können.
Das Projekt wurde unter der Leitung des Theaterpädagogen Hendrik Becker gemeinsam mit weiteren Künstler*innen, Pädagog*innen und zahlreichen Kooperationsschulen umgesetzt. Im Mittelpunkt der Projektarbeit stand die Frage, wie sich mit den Mitteln des Theaters ein historisches Bewusstsein erarbeiten lässt, das für das Hier und Jetzt nutzbar wird. Statt „authentische“ Nachstellungen zu produzieren, wurden Atmosphären, mögliche Handlungen und Entscheidungsprozesse in den Vordergrund gestellt, um Empathie und Erkenntnisgewinn bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen anzuregen. Die Identifikation mit Figuren und Situationen sorgte für intensive Auseinandersetzungen mit Themen wie Ausgrenzung, Verantwortung und Zivilcourage.
Im ersten Projektjahr 2024 lag der Schwerpunkt auf dem Thema „Kindheit und Jugend im Dritten Reich“ mit den Projektreihen „Anne und der Baum“, und „Elisenstraße“. Die Kombination aus Theaterstück und anschließenden Workshops ermöglichte den Teilnehmenden, sich spielerisch und zugleich kritisch mit Nationalsozialismus, Ausgrenzung und individueller Verantwortung auseinanderzusetzen.
2025 wurde das Projekt mit den Themen „Bergbau“, „Leben im Dritten Reich“, „Migrationsgeschichten in Vergangenheit und Gegenwart“ und „Erinnerungskultur“ weiterentwickelt. Daraus entstanden die Spielreihe „Clowns unter Tage“ zum Leben der Bergleute, theaterpädagogische Projekte zu den Stücken „Die Reise der Verlorenen“ und „Von zukünftigen Sintfluten und heutigen Dämlichkeiten“ sowie die Performance „Spieglein, Spieglein an der Wand“ zu Flucht- und Migrationsgeschichten. Eine Erinnerungslesung zur Bücherverbrennung 1933 am Imbuschplatz mit über 80 Teilnehmenden und ein bewegliches Kunstwerk zur Erinnerungskultur, das gemeinsam mit der Kunstpädagogin Natalia Hablikova entwickelt wurde, bildeten weitere Höhepunkte.
Hendrik Becker bedankt sich im Namen aller Beteiligten ausdrücklich bei den Stadtwerken Bochum: „Ohne die kontinuierliche Förderung der Stadtwerke wäre ein so tiefgreifendes, nachhaltiges Projekt nicht möglich gewesen. Theater schafft Räume für Begegnung, Nachdenken und Empathie, und diese Räume haben wir zwei Jahre lang gemeinsam geöffnet.“ Auch für 2026 sind bereits weitere Formate geplant, darunter Projekte zu Themen wie Revolutionen und gesellschaftliche Veränderungen.
#jetzterstrecht
Ein spielerisches Demokratie Aufklärungs-Projekt!
Wie können Kinder und Jugendliche ihre Bedürfnisse in der Welt der Erwachsenen zur Geltung bringen? Welche Rechte und Möglichkeiten haben sie, um Einfluss auf das zu nehmen, was Erwachsene heute über ihre Zukunft entscheiden? Müssen sie zwangsläufig dem mutmaßlichen Geschick der Großen vertrauen? Wie können sie sich eigenständig – und so vielleicht obendrein besser – einbringen? Und ist es nicht unglaublich wichtig, schon in der Jugend ein politisch denkender und handelnder Mensch zu werden? Um Politik, Demokratie und Meinungsfreiheit offen gegenüberzustehen, sollten Schüler*innen unbedingt aktive Möglichkeiten politischen Handelns ausprobieren und (mit)erleben!
Mit diesem Thema beschäftigt sich das Projekt #jetzterstrecht!
Beteiligung ist eine gute Voraussetzung für Lernerfolg. Wenn Kinder mitdenken und mitmachen, Zusammenhänge nachvollziehen, sich selbst befragen und dadurch Themen zu eigen machen, findet Lernen mit einer Leichtigkeit statt.
Starten wir also ein Politik-Experiment!
Gemeinsam mit den Schüler*innen wollen wir politisch werden und erforschen, welche Formen und Möglichkeiten wir in einer Demokratie haben, um friedlich, aber bestimmt unsere Meinungen in die Öffentlichkeit zu tragen. Gemeinsam finden wir ein Thema, bilden uns dazu eine Meinung und entwickeln eine Kampagne, die wir öffentlich präsentieren wollen: Wir stehen auf und sagen laut, was wir denken!
Plakat- & Unterschriftenaktionen, Werbespots, Flashmobs und Kunstaktionen in der Stadt sind Möglichkeiten der politischen Meinungsäußerung. Diese erkunden die Schüler*innen auf spielerische Art und können so den demokratischen Prozess einer politischen Kampagne im eigenen Planen erleben und erlernen.
Weitere Infos unter: www.jetzterstrecht.tools
Lastenräder + KoMobil
Omas gegen Rechts
Seit Juni 2020 arbeiten die Theatergruppe der Omas gegen Rechts Bochum & West und das Theater Löwenherz rund um das ko-labor und die KoFabrik zusammen. Nach zwei Lesungen zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in Bochum am 09. Juni 1933 haben wir uns aufgemacht Alltagsrassismus in uns und in der Gesellschaft theatral zu erforschen. Nach sechs Monaten Entwicklungs- und Probezeit hatte die Performance „Alt sein heißt nicht stumm sein“ am Mittwoch, den 06. Oktober Premiere in der Quartiershalle in der KoFabrik. Die Performance wird gefördert durch den den Förderfonds „Kultur & Alter“ des Landes Nordrhein-Westfalen.
"ALt sein heißt nicht stumm sein!"
Acht Darsteller*innen der Theatergruppe der „Omas gegen Rechts Bochum & West“ begeben sich auf Spurensuche. Was ist Rassismus? Was sind Vorurteile und wo versteckt sich beides auch in mir selbst, in meinem eigenen Handeln und Denken. Die Ergebnisse dieser Spurensuche haben die Darsteller*innen am Mittwochabend in einer sechzigminütigen Performance in der Quartiershalle in der KoFabrik e.V. in der KoFabrik auf die Bühne gebracht.
Theater trifft Realität. Ereignisse werden überspitzt und pointiert, Menschen begegnen sich auf der Straße, in der U-Bahn, beäugen sich, wissen nicht was sie voneinander halten sollen, ordnen sich gegenseitig in Schubladen ein, verunglimpfen einander und überziehen sich gegenseitig mit abwertenden Vorurteilen. Ist das alles nur Theater? Weit gefehlt. Im Rahmen ihrer Spurensuche haben die Darsteller*innen Kontakt mit Menschen mit Migrationshintergrund aus Bochum und Umgebung aufgenommen. Menschen die schon lange in Deutschland leben. Sie haben ihre Geschichten erzählt, haben aus ihrem Alltag berichtet. Und auf einmal wirken die pointierten, lustigen Szenen des Anfangs, schmerzhalft real. Da sind die Kinderärztin, die nach zwei Jahren Beschäftigung in einem Krankenhaus immer noch für ihr gutes Deutsch gelobt wird, die Frau mit dem anders klingenden Namen, die keinesfalls aus Deutschland stammen kann oder die Tagesmutter, die im Bus angepöbelt wird. Die Darsteller*innen erzählen die Geschichten der Frauen und wissen dabei immer: „Wir können sie sein, weil wir nicht wegen unseres Namens ausgegrenzt werden, aber heute wollen wir für sie sprechen und für uns auch.“
Das Theaterspiel macht Handlungen spürbar und erfahrbar. Die Spurensuche deckt Verhaltensweisen auf. Eindrücklich gelingt es den Darsteller*innen den Finger in die Wunde zu legen und festzustellen: Vorurteile und Ausgrenzung sind überall und niemand von uns kann sich davon frei machen. Es ist die Aufgabe von allen immer aufmerksam und wachsam zu bleiben und wenn nötig mahnend die Stimme zu erheben.
Gefördert durch den Förderfonds Kultur und Alter des Landes NRW